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Unser Immunsystem

Unser Immunsystem – Die Körperpolizei

An unser Immunsystem werden im Laufe unseres Lebens viele Anforderungen gestellt. Dieses etwa zwei Kilogramm schwere Netzwerk aus Organen und Zellen bildet die Grundlage, den „Hüter“ für unsere Gesundheit, und stellt damit die wichtigste Barriere des Körpers gegenüber äußeren und inneren Einflüssen dar.

Das Immunsystem ist von Geburt an aktiv. Allerdings ist es zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll entwickelt, sondern erlangt erst im Laufe des Lebens die volle Leistungsfähigkeit. Kaum jemandem ist bewusst, dass sich unser Immunsystem im Dauereinsatz befindet. Es ist ständig bereit, auf unliebsame Eindringlinge wie Bakterien oder Viren entsprechend zu reagieren und sorgt dafür, dass wir gefahrlos Salat essen oder anderen Menschen die Hand geben können. Dabei ist das Immunsystem kein greifbares Organ wie z. B. Herz oder Nieren, sondern ein sensibles und hochkomplexes, über den ganzen Körper verteiltes Netzwerk. Dazu gehören z. B. Organe wie Knochenmark, Milz und Mandeln sowie spezielle Blutzellen. Nicht zu vergessen der Darm, dem im Rahmen der Abwehrfunktion große Bedeutung zukommt. Denn er stellt mit etwa 400 Quadratmetern das größte „Immunorgan“ unseres Körpers dar. Doch es gibt Situationen, in denen unser Immunsystem besonders stark beansprucht wird. Dazu gehören z. B. akute oder chronische Infekte wie Atemwegserkrankungen, Asthma, Allergien, Mittelohrentzündung bei Kindern, das Reizdarmsyndrom, aber genauso die Einnahme von Medikamenten.

Angeborene oder unspezifische Abwehr


Schon sehr früh in der Stammesgeschichte der Lebewesen entwickelte sich die unspezifische oder angeborene Immunabwehr. Dazu zählen anatomische und physiologische Barrieren. Die obersten Hautschichten sind für fremde Keime normalerweise nicht einfach zu durchdringen und der dort herrschende pH-Wert (schwach sauer) macht es ihnen schwer, in den Körper zu gelangen. Schafft es ein Mikroorganismus die Hautbarriere zu überwinden, wird er sogleich von verschiedenen Molekülen, sowie von speziellen Zellen attackiert, die ihn erkennen und von körpereigenen Zellen unterscheiden können. Somit kann die angeborene Immunabwehr Krankheitserreger bekämpfen, ohne dass der Organismus vorher mit dem Erreger selbst Kontakt gehabt haben muss. Es wird angenommen, dass circa 90 Prozent aller Infektionen durch die angeborene Immunabwehr erkannt und erfolgreich bekämpft werden können. Die Aufgaben der angeborenen Immunabwehr werden von verschiedenen Zellen wahrgenommen. Diese Zellen sind zum Teil in der Lage, den Angreifer (Erreger) selbst zu vernichten. Außerdem versetzen sie den Organismus durch Produktion von Botenstoffen in eine Art Alarmzustand und können so die Immunreaktion noch verstärken. Die Wirkung einiger dieser Botenstoffe äußert sich erkennbar beispielsweise in Entzündung und Fieber.

Adaptive oder spezifische Abwehr


Die spezifische Immunabwehr, früher auch „erworbenes Immunsystem“ genannt, zeichnet sich durch die Anpassungsfähigkeit gegenüber neuen oder veränderten Krankheitserregern aus. Im Rahmen dieser Anpassung sind die Zellen der adaptiven Immunabwehr in der Lage, spezifische Strukturen der Angreifer zu erkennen und gezielt zelluläre Abwehrmechanismen und molekulare Antikörper zu bilden. Das spezifische Immunsystem ersetzt nicht das angeborene, sondern arbeitet mit diesem zusammen.

Allgemeine Stärkung des Immunsystems


Ein gesundes und kräftiges Immunsystem kann Menschen dabei helfen, diverse Krankheitserreger zu bekämpfen und manchmal damit auch einen Krankheitsausbruch zu verhindern oder Krankheitssymptome zu mildern, beziehungsweise den Krankheitsverlauf zu verkürzen. Als Grundlage für ein gesundes Immunsystem gelten eine ausgewogene Ernährung, die alle für den Organismus notwendigen Stoffe wie beispielsweise Mineralstoffe (besonders Eisen, Zink und Selen) und Vitamine enthält, und ausreichend Schlaf; des Weiteren sollte lange andauernder (chronischer) Stress vermieden werden.
Als geeignete Maßnahmen zur Steigerung der Immunfunktion gelten regelmäßige Bewegung, insbesondere sportliches Ausdauertraining, sowie regelmäßige Abhärtung, zum Beispiel durch Saunieren und Anwendung von Kneippschen Güssen. Auch Heilfasten wird als Möglichkeit bezeichnet, das Immunsystem zu stärken, dies ist jedoch umstritten. Psychotherapeutische Verfahren, insbesondere Methoden zur Stressbewältigung können die Immunabwehr stärken. Die klinische Hypnotherapie hat suggestive Methoden zur Unterstützung des allgemeinen Immunsystems sowie zur Behandlung einzelner Immunerkrankungen entwickelt.

Das Immunsystem schädigende Faktoren


Abgesehen von der Alterung gibt es weitere Faktoren, die die Funktion des Immunsystems schädigen und herabsetzen können. Dazu zählen unter anderem eine starke gesundheitliche Beeinträchtigung durch Vorschädigung wie beispielsweise bei chronischen Erkrankungen, eine medikamentöse Immunsuppression wie beispielsweise nach Organtransplantationen, Drogenmissbrauch (auch Nikotin und Alkohol), eine Mangelernährung und damit verbundene Unterversorgung auch mit Vitaminen und Spurenelementen, eine ungesunde oder unausgeglichene Ernährung, die Aufnahme von Umweltgiften aus der Umgebung, die Einwirkung von ionisierender Strahlung, andauernder Stress, zu wenig Schlaf, Bewegungsmangel und auch eine übermäßige Kälteeinwirkung. Eine Kombination von mehreren Faktoren kann natürlich eine verstärkte Belastung für das Immunsystem darstellen.

Parallel zur arzneilichen Therapie von ernährungsbedingten Immundefiziten gibt es auch die Möglichkeit einer ergänzenden diätetischen Behandlung mit Orthomol Immun (für Kinder: Orthomol Immun junior). Orthomol Immun pro ist als ergänzende bilanzierte Diät – parallel zur arzneilichen Therapie – geeignet zur diätetischen Behandlung von Störungen der Darmflora (Reizdarmsyndrom) und des darmassoziierten Immunsystems (bei Allergien, nach Chemo- und Strahlentherapie, nach Antibiotikaeinnahme).

Verfasser: Dr. Peter Sandmann, Apotheker

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